Ernährung und Landwirtschaft - CReality

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Ernährung und Landwirtschaft

Ökologische Ordnung

Gesunde und bezahlbare Ernährung für alle

[english text here...]

Thesen zur aktuellen Problematik
1. Weltweit hungern immer noch zwischen 690 und 800 Millionen Menschen.
2. Die Zahl chronisch unterernährter Menschen ist in den letzten fünf Jahren um mehrere zehn Millionen angestiegen.
3. Wachsende Flächen landwirtschaftlichen Landes gehen jedes Jahr verloren – durch Versalzung, Dürre oder Erosion.


Lösungsansätze
- Garantie der Ernährungssicherheit für alle Menschen
- Ausrichtung der Landwirtschaftspolitik auf Erfordernisse und Standards der biologischen und ökologischen Landwirtschaft und nicht mehr auf die industrielle Agro-Industrie
- Förderung lokaler landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten und der Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte an Ort
- Massnahmen gegen das «land grabbing» durch internationale Agro-Konzerne in den armen Ländern des Südens
- Zugang zu sauberem Trinkwasser für alle
- Keine Privatisierung von Wasserquellen
Dabei sollte die landwirtschaftliche Produktion folgenden vier Prinzipien folgen:
- Gesundheitsprinzip: Gesundheit des Bodens, der Pflanzen und Tiere, der Menschen und des Planeten als Ganzes bewahren und stärken;
- Ökologieprinzip: Die Landwirtschaft soll auf lebendigen Ökosystemen aufbauen, mit diesen arbeiten und sie nachahmen und stärken.
- Gerechtigkeitsprinzip: Der Landbau soll auf gesellschaftlichen Beziehungen aufbauen und die Gerechtigkeit im Hinblick auf die gemeinsame Umwelt und die Chancengleichheit sichern.
- Sorgfaltsprinzip: Die Landwirtschaft soll auf vorsorgende und verantwortungsvolle Art betrieben werden und die Gesundheit und das Wohlbefinden der heutigen und der künftigen Generationen bewahren und die Umwelt schützen (vgl. Rist 2014:143).


Diskussion
Im Afrika südlich der Sahara leben 2015 immer noch 46,9% der Bevölkerung von weniger als 1,25 US-Dollar am Tag lebten, und sogar 68,8% von weniger als 2 US-Dollar am Tag (vgl. FAO 2015:94). Zwischen 2014 und 2016 gab es im Durchschnitt in Äthiopien 30 Millionen unterernährte Personen, in Nigeria, in der Demokratischen Republik Kongo (früheres Zaire) und in Tansania gab es je gegen 20 Millionen Unterernährte, und im Sudan, im Südsudan, in Uganda und in Madagaskar zählte man rund 10 Millionen unterernährte Personen. Je eine bis mehrere Millionen Unterernährte lebten im gleichen Zeitraum in den meisten Ländern West-, Ost- und Zentralafrikas, ausserdem im südlichen Afrika (vgl. Beasley 2017:15). Und in Südasien mussten immerhin 24,5% der Bevölkerung mit weniger als 1,25 US-Dollar am Tag und 60,2% mit weniger als 2 US Dollar pro Tag auskommen (vgl. FAO 2015:94).

Forum

Angeführte Literatur
- Beasley, David
2017:  Jahreszeiten des Hungers. In: Le Monde Diplomatique (Ausgabe Schweiz) vom November 2017. 15.
- FAO
2015:  The State of Food and Agriculture. Social Protection and Agriculture: Breaking the Cycle of Rural Poverty. Rom. Link.
- Rist, Stephan
2014:  Von der Regulierung zur Demokratisierung. Antworten auf den globalen Hunger. In: Widerspruch 64/2014. Zürich. 137ff.
- Unicef
2020:  UN-Bericht warnt: Immer mehr Menschen leiden an Hunger. 14.7.2020.
Link.

 

Buchhinweise  
Christian J. Jäggi:
Ernährung, Nahrungsmittelmärkte und Landwirtschaft. Ökonomische Fragestellungen vor dem Hintergrund der Globalisierung
Wiesbaden: Springer Gabler Verlag 2018. 137 Seiten. ISBN 978-3-658-22268-0,
 broschiert, auch als eBook.
Zum Inhalt:

Ernährung wird heute vor allem unter ernährungstechnischen, medizinisch-gesundheitlichen oder weltanschaulichen Aspekten (z.B. Vegetarianismus, Veganismus usw.) diskutiert. Obwohl die Nahrungsmittelindustrie einen der wichtigsten Märkte darstellt, werden Fragen der Nahrungsmittelproduktion, der Landwirtschaft, des Nahrungsmittelhandels und der Biodiversität meist unter nationalen Vorzeichen diskutiert. Nicht nur auf Produzentenseite, sondern auch aus der Sicht der Konsumenten sind die Nahrungsmittelmärkte – obwohl immer noch national strukturiert – mehr und mehr zu globalen Märkten geworden, was sich etwa in der Entwicklung der Nahrungsmittelrohstoffpreise zeigt. Dazu kommt, dass große Nahrungsmittelkonzerne die Strategie verfolgen, die gesamten Wertschöpfungsketten im Landwirtschafts- und Nahrungsmittelbereich zu vereinheitlichen – wohlgemerkt unter ihrer Kontrolle.
Das Buch thematisiert ökonomische Fragen zur Nahrungsmittelproduktion, zur Landwirtschaft, zum Handel mit Nahrungsmitteln und zur Biodiversität. Dabei werden Alternativen zur traditionellen Landwirtschaft, zur Massentierhaltung, zum Verlust an biologischer Vielfalt diskutiert – und aus wirtschaftlicher Sicht reflektiert. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Aspekten der Globalisierung.
Bestellungen bei creality@bluewin.ch, wir leiten Ihre Bestellung gerne an den Verlag weiter – oder direkt beim Verlag.

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü